Richtkranz


Erfahrungsbericht Bauen mit der BauUnion1905

Unser Einfamilienhaus Neubau im Jahr 2012 und was wir dabei erlebt haben




Einleitung


Einleitung

Schon wieder ein Bericht über den Hausbau mit der BauUnion bei dem bis auf ein paar Kleinigkeiten alles super verlief, werden jetzt wohl viele denken.
Vorab habe ich ebenfalls sehr viele solcher Berichte im Internet gefunden, alles verlief beim Bau mit der BauUnion (angeblich) prima, Problemchen wurden sofort und zuvorkommend behoben....

Kann es sowas denn wirklich geben ?
Mag sein, aber meine Erfahrung und mein Eindruck sind andere.

Das hier soll kein Schönwetterbericht werden, aber auch keine Hetzschrift gegen die BauUnion oder deren Subunternehmer.

Es gab und gäbe sicherlich sehr viel positives zu berichten, auf das ich hier nur minimal eingehen möchte.
Schliesslich erwartet jeder Kunde, dass die Arbeiten, also die eigentlichen Bauarbeiten, wie auch das drumherum wie Planung, Ausarbeitung, Bemusterung, das Vertriebliche und Vertragliche und Übergabe zur Zufriedenheit erfüllt werden.
(Kurz gesagt: wenn ich Brötchen beim Bäcker kaufe denke ich mir auch nicht "die sind heute aber wieder besonders gut gelungen").

Da ich aber durch die verschiedensten Thematiken hinweg bei den Ausführungen der BauUnion immer wieder auf grobe oder kleine Unzulänglichkeiten gestossen bin, möchte ich diese hier als Beispiel und Hilfestellung für alle privaten Bauvorhaben vorstellen.
Vielen künftigen Bauherren (unabhängig des Bauträgers oder der ausführenden Firmen) möchte dies als Hilfestellung dienen in der Art:
- auf was muss ich achten ?
- was kann passieren und wie wurde dies gelöst ?
- wie kann ich vorbeugen, dass solche Probleme bei mir nicht auftreten oder zumindest rechtzeitig erkannt und behoben werden ?

Ich stellte mir immer wieder folgendes vor: Probleme, Fehler oder andere unzulänglichkeiten können überall passieren und werden diese rechtzeitig entdeckt, können diese in der Bauphase noch relativ einfach behoben werden. Staub und Dreck interessieren hier (noch) nicht.
Bauarbeiter der verschiedensten Gewerke sind (fast) täglich zugegen, identisches Restmaterial ist noch vorhanden (sehr wichtig bei Fliesen - Farbnuancen bei unterschiedlichen Chargen beachten!).
Wie würden Sie sich fühlen, wenn nach vollzogenem Einzug irgendwo eine Wand oder der Estrich geöffnet werden muss, oder Fliesen im Bad entfernt werden müssen um einen darunterliegenden Mangel zu korrigieren ?
Oder nochmal der gesamte Dachstuhl neu gedämmt werden muss: Eine LKW-Fuhre Dämmmaterial müssen durchs Haus durch die kleine Luke gereicht werden und dann der feine ungesunde Staub der sich dann überall verteilt.
Womöglich noch alles im Winter, die Familie will täglich alle Räume nutzen können und dann noch die Unsicherheit, ob z.B. das Baumaterial darunter hoffentlich keinen dauerhaften Schaden genommen hat ?

==> Fehler werden überall gemacht, Mängel treten überall auf
Wichtig ist eigentlich nur, dass diese rechtzeitig erkannt und auch rechtzeitig behoben werden können.

Aller hier aufgeführten Erfahrungen beziehen sich auf den Zeitraum Sommer 2012 im Raum Potsdam. Die Subunternehmer kamen aus Sachsen und aus dem Raum Oranienburg. Je nach Örtlichkeit und vielleicht auch Auftragslage können andere Subunternehmer hinzugezogen werden, so daß meine hier aufgezeigten Erfahrungen nicht auf ein anderes Bauvorhaben zutreffen muß.
Sprachlich möchte ich hier von "unserem" Bauvorhaben sprechen, es handelt sich ja schliesslich um ein Einfamilienhaus und alle haben natürlich ordentlich mit angepackt. Bei den unten genannten Berichten spreche ich dann aber meist von "mir" alleine, da ich mit den jeweiligen Angelegenheiten  betraut war und davon direkt berichten kann.

Bauverzug auf den letzten Metern

Oder: 2 Wochen Bauverzug  ergeben 5 Wochen Einzugsverzug
Ca. 1 Monat vor dem geplanten Bauende gab es seitens der BauUnion unerwartet 2 Wochen Bauverzug.
Einmal gab es 1 Woche Verzug weil die falschen Fensterbretter geliefert und teilweise schon angebracht wurden, also warten auf die nächste Lieferung.
Danach 1 Woche Verzug weil die Pumpe für den Aussenputz defekt war (ich vermute hier stark eine Ausrede, da der Defekt pünktlich am Montag früh gemeldet wurde und die Pumpe noch nicht einmal an der Baustelle eingetroffen ist.)
Somit stand das Gerüst 3 Wochen länger als geplant und damit im Weg für die Schachtarbeiten für die Hausanschlüsse und für das Fundamentgießen der Garage.
Nur leider habe ich Tiefbauer und die Stadtwerke mit Absprache des Bauleiters der BauUnion für die darauffolgende Woche eingeplant und musste diesen nun absagen, wodurch erneut 4 Wochen Verzug auftraten, da die beauftragen Tiefbauer anderswo eingeplant waren und die Stadtwerke auch nicht sofort neue Termine vergeben konnten.

Schlussendlich hat die BauUnion mit einem Kraftakt den Termin für die Übergabe eingehalten, ich konnte diesen jedoch nicht nutzen, da die Tiefbauer und die Stadtwerke erst sehr viel später die Hausanschlüsse legen konnten.
Somit hat sich der Einzugstermin praktisch um 5 Wochen verschoben.
Zum Übergabetermin hing die Elektrik noch am Baustromverteiler und das Frischwasser war nicht angeschlossen, so dass zur Übergabe nicht alles getestet werden konnte (Spülkästen, Fi-Fehlerstromschutzschalter und auch das Abwasser (siehe Abschnitt "Hochwasser").

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Probleme / Mängel / andere Unzulänglichkeiten

Drei Kalkulationsfehler seitens BauUnion - leider immer zu meinen Ungunsten

1.) Spitzdachgiebel

Bei der Kalkulation für den Giebel wurden mir vom Vertrieb 6 TEUR genannt (wieder unklar ob ohne oder mit MwSt, aber erstmal egal).
Im Angebot fand ich dann eine Summe von knapp 12 TEUR. Auf Nachfrage zur Differenz von 100% wurde klargestellt, dass der Vertrieb mir die Kosten für eine Flachdachgaube genannt hatte.
Der Spitzdachgiebel (um dem es beim Vertriebsgespräch ausnahmslos ging) kostet erheblich mehr, wegen aufwändigem Dachstuhl,  etc.
Diese Summe konnte ich aber nicht nachvollziehen, zumal die tel. beim Vertrieb nachgefragte Summe nicht der im Angebot entsprach.
Auf erneutes Nachfragen stellte sich dann heraus, dass das Dachflächenfenster, welches nun entfiel, nicht herausgerechnet wurde.
Somit ergab sich ein Kalkulationsfehler von ca. 1327 EUR zu meinen Ungunsten.

2.) Aufwand Badfliesen

Für das Bad habe ich im von der BauUnion empfohlenen Fliesenfachmarkt höherpreisige Fliesen ausgesucht.
Den QM-Preis kannte ich ja nun, aber wieviel Verschnitt und Mehraufwand ergibt sich denn nun für die etwas größeren Fliesen ?
Keine Ahnung! Ich habe dafür den Materialwert + 40% Verschnitt und eine Position für den zeitl. Mehraufwand kalkuliert und kam auf eine Summe, die ziemlich genau dem Angebot der BauUnion entsprach.
Komisch, das Haus wird komplett gefliest verkauft, sprich: einfaches Material und Aufwand sind schon inklusive.
Im Angebot wird nun aber meine private Kalkulation komplett hinzugeschlagen - da stimmt was nicht.
Eine Nachfrage ergab: der Flieser hat sich verkalkuliert, die Angebotssumme wurde um  642,69 EUR reduziert.
Also ein Kalkulationsfehler von 642 EUR zu meinen Ungunsten.

3.) Abschlagsrechnung enthält falsche Summe aus Nachtrag

Und wieder ein Verrechner zu meinen Ungunsten - sowas.
Die Summe über alle Positionen aus dem Nachtrag4 ergibt 202,00 EUR.
In der Abschlagsrechnung wird die Summe aus dem Nachtrag4 mit 1315,52 EUR angegeben. Wieso schon wieder über 1113,52 EUR aus meinem Geldbeutel! Kann sich die BU nicht mal für meinen Geldbeutel verrechnen ?!
Begründet wurde dies durch den Wechsel des Bauleiters.
Sehr seltsam das, ein Nachtrag (korrekt ausgewiesen), landet dann falsch in der Abschlagsrechnung. Der Nachtrag ist ein Vertragsbestandteil und nicht irgend so eine Quittung zwischendurch.
Die Gutschrift wurde mir ausgestellt und darauf verwiesen, dass der Wert in der Endabrechnung berücksichtigt wird......
..... und wer errät was dann passiert ist ?!

Stimmt, in der Endabrechnung wird die korrigierte Abschlagsrechnung bzw. die Gutschrift natürlich nicht aufgeführt oder verrechnet - also nochmal eine Gutschrift.
Eine korrigierte Endabrechnung hat es dann auch nicht mehr gegeben ;-))

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Badfenster mit Lüftungsloch

Kurz vor dem Fliessenverlegen im Bad entdeckte ich einen Spalt zwischen dem grünen Trockenbauelement (gedacht als Basis für das innere Fensterbrett) und des unteren Fensterrahmens. Das Äußere Fensterbrett war hier schon montiert.
Ich konnte einen Bleistift nach Aussen durchstecken!
Hätte ich nicht sofort interveniert hätte der Flieser noch an diesem Morgen munter den Fensterrahmen eingefliest (das hat er mir persönlich versichert, da ich gleich zu 6 Uhr vor Ort war und der Flieser um 6:30h loslegen wollte).
Niemandem wäre diese Lücke weiter aufgefallen und nach ein paar Jahren wäre hier der Trockenbau, ggf. auch die Holzständerwand (Giebelvorbau) durchfeuchtet gewesen. Ganz zu scheigen davon, dass hier eine eklatante Kältebrücke vorhanden war.

  ==> das war dann der Moment für den Gutachter.

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Übergabe

Aus meiner Sicht sehr unzufriedenstellend. Sachlich wurde alles erledigt, das schon, aber die Übergabe lief sehr chaotisch ab.
  • laufend klingelte das Handy von einem der 3 Chefs (Bauleiter BU, Chef Fensterfirma, Chef Installationsfirma) und das gerade angesprochene Thema wurde unterbrochen und ein anderer Chef machte mit seinem weiter.
    So wechselten wir laufend zwischen Fenster, Heizung, Dachboden, Dachfenster, Schliessanlage, Übergabeunterlagen hin- und her.
    Sehr unschön. Ein Handyverbot für 2 Stunden wäre hier sehr hilfreich gewesen. Jedem kann ich hier nur einen Handystörsender empfehlen!
  • Unterlagen der Heizungsdokumentation stammen von einem anderen Objekt. Das Anschreiben und Inhaltsverzeichnis stimmte für mein Objekt, so dass es bei der Übergabe nicht weiter auffiel.
    Später beim Durchsehen und Abheften der Unterlagen stellte ich fest, dass die techn. Zeichnungen nicht zu meinem Objekt gehörten (es waren die von einem andern BauUnion-Kunden, das Anschreiben hierzu war jedoch an mich gerichtet).
    Nach mehreren Wochen hin- und her habe ich dann leider nur eine Kopie erhalten - sehr praktisch wenn im Original die Heizungsstränge und andere Daten farblich gekennzeichnet sind. Die BauUnion hat mein Anliegen nur 1:1 an die Heizungsfirma weitergereicht. Auf nochmaliger Nachfrage nach den Originalunterlagen gab es die Antwort: leider auch bei uns nur noch als Kopie vorhanden!
  • Wichtige Informationen/Tipps werden wurden also von den 3 Chefs mündlich mitgeteilt. So schnell kann man sich so viel gar nicht aufschreiben, geschweige denn merken.

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Überhöhte Heizkosten im 1.Winter

 Bei der Übergabe und Einweisung der Heizungsanlage wurde mir versichert dass die Anlage so eingestellt wurde, dass ich erst einmal nichts ändern muss.
Ggf. minimale Anpassungen (um +- 2 oder 4 °C) wären für das persönliche Wärmegefühl im Winter nötig.

Im Winter bemerkte ich schon einen hohen Stromverbrauch. Da der Winter 2012/2013 jedoch sehr lange sehr kalt war und ich keine Erfahrungswerte für die Heizungsanlage in speziellen Heizperioden hatte, hoffte ich, dass der Stromverbrauch im Sommer entsprechend niedrig sein würde.
Gott sei Dank gab es schon Anfang März eine erste Zählerablesung durch die Stadtwerke.
Die Stadtwerke berechneten mir auf meine schon zuvor höher angesetzten Vorauszahlungen eine Nachforderung von 650 EUR, wohlgemerkt nur für die ersten 3 Betriebsmonate!!! und die folgenden Abschläge  250%.

Zwischen Ablesung und Rechnungsstellung waren wegen anderer kleiner Probleme Heizungstechniker mehrmals anwesend.
Bei einer allgemeinen Überprüfung stellte ein Techniker fest, dass die Anlage so eingestellt war, dass sie praktisch noch im Estrich-Programm lief.
(Anmerkung: Das echte Estrich-Programm wird durch den Hauptschalter eingestellt, welcher aber in der Normalstellung war. Die Grenztemperatur der Wärmepumpe war auf +25°C Aussentemperatur eingestellt, normal wären hier +2° oder +5° gewesen.
Zudem war ein versteckter und in der Betriebsanleitung nicht dokumentierter Temperaturdrehschalter für die Vorlauftemperatur auf über +50°C eingestellt (wohl noch für das Estrichprogramm). Dadurch lief die Anlage bei weniger als +25°C Aussentemp immer unter Volllast mit zugeschaltetem Heizstab und versuchte die eingestellte Vorlauftemperatur von über 50°C zu erreichen).
Laut Techniker entsprach diese Einstellung praktisch dem Estrichprogramm.

Diese Thematik habe ich mehrmals der BauUnion schriftlich angezeigt. Bis dato habe ich nicht einmal eine Antwort auf eine der Anfragen erhalten. Auf andere Themen im gleichen Schreiben hat die BauUnion jedoch sehr zügig und zuvorkommend reagiert.

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Was sonst noch so geschah

Hochwasser im Heizungsraum - Eine kleine Anekdote am Rande

Dadurch, dass die Versorgungsleitungen erst nach Übergabe angeschlossen werden konnten (siehe Bauverzug), war auch das Abwasser ausserhalb des Hauses noch nicht angeschlossen.
Die Heizungsanlage lief aber schon für das Estrichprogramm auf vollen Touren.
Da die Abluftwärmepumpe den Vorteil hat, dass die Innenraumluft nebenbei entfeuchtet wird, viel während dessen sehr viel Kondenswasser an.Kondenswasser
So dass an einem Donnerstag, kurz bevor wir mehrere Tage abwesend waren, das Abwasserrohr im Fundament voll lief und das Kondenswasser sich im Hausanschlussraum ausbreitete.
Um das Wochenende für die Familie zu retten habe ich 2 große Mörtelwannen inneinander gestellt um das Kondenswasser aufzufangen.
Die Handwerker und die Verwandtschaft haben täglich die Eimer geleert. Insgesamt vielen pro Tag mehr als 2 volle normale Baueimer Kondenswasser an, also ca 30 Liter pro Tag!
Sehr schön für die Heizungsfirma, dass die Anlage ordentlich funktioniert, aber den Abfluss einfach an ein totes Abwasserrohr klemmen war diesbezgl. nicht schön und wurde Gott sei Dank von mir noch im letzten Moment vor der Abfahrt entdeckt, sonst wäre der Hauswirtschaftsraum das lange Wochenende über voll Wasser gelaufen.
Es ist einfach Kritik zu üben, aber es gab alternative Öffnungen (3 DN100 Leerrohre nach Aussen), welche man vorerst hätte nutzen können. Zumal es nur ein Schlauch an der Anlage ist, der lose in einem Siphon endet (also Alternativ einen Gartenschlauch (war ebenfalls vorhanden) durch eines der Leerrohre zum Abwasserschacht vor dem Haus legen).
Es ist nicht viel passiert, hätte aber können, wenn 5 Tage lang Wasser in diesen Mengen austritt.

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Dachziegel mit Löcher - Anekdote 2

Die Dachziegel die die BauUnion verbaut bieten eine sogenannte Windsogsicherung. Hierzu wird so jeder 3. Dachziegel mit einer Schraube und einer Halteklammer an den Dachlatten verschraubt. Die Halteklammer krallt sich in die Unterseite des darüberliegenden Dachziegels. Um nun den Dachziegel mit der Schraube zu befestigen ist natürlich ein Loch im Dachziegel notwendig und sollte ersteinmal kein Problem darstellen.Firstziegel
Allerdings baut die BauUnion die Firstziegel etwas anders als üblich (hier bezogen auf unsere Nachbarschaft): Die Firstziegel liegen etwas erhöht auf einer extra Dachlattenreihe auf - siehe Bild rechts.
Damit soll eine bessere Hinterlüftung der Dachziegel gewährleistet sein.

Leider kommt nun seitlich auftreffender Schlagregen in der ersten Dachziegelreihe auf - oder besser gesagt - in diese Löcher und kann die Dachlattung darunter durchfeuchten. Meine Nachfrage, ob das so im Sinne des Erfinders ist wurde mir mitgeteilt, dass dies so üblich wäre.
Als ich aber dann durch andere Umstände einen Baugutachter am Hause hatte, meinte dieser, dass dies nicht so üblich wäre und in der Tat eine Durchfeuchtung der Unterlattung auf lange Sicht zur Folge hätte - ergo: kann so nicht bleiben.Mit und ohne Schraube
Schliesslich hatten beide Recht: Die bisher von der BauUnion verwendeten Dachziegel hatten ein solches Loch nur angedeutet als Sollbruchstelle im Ziegel, welches von den Dachdeckern vor dem Verschrauben erst eingeschlagen werden mußte. Somit hätten die Dachziegel der obersten Reihe keine Öffnung. Die bei uns verwendeten Dachziegel waren nun aus einer neuen Serie, da, wie ich später herausfand, das Einschlagen dieser Sollbruchstelle immer sehr gefählrich für die Dachdecker war und die Herstellerfirma von nun an diese Ziegel immer mit Loch ausgeliefert hatte.
Schlussendlich durften die Dachdecker noch einmal anrücken und alle Löcher in der obersten Ziegelreihe mit Kartusche und Teermumpe verschliessen. Leider konnte ich das Ergebnis nicht mehr fotografieren, da das Gerüst zu diesem Zeitpunkt schon abgebaut war und mir mein Fotoapparat zu schade war um bei einem Sturz zu Bruch zu gehen.
Hier noch ein Bild der Dachziegel mit und ohne Halteschraube.

Nebenthema Windsogsicherung

Die BauUnion bewirbt ja die von ihr eingebaute Windsogsicherung dieser speziellen Dachziegel. Das mag vielleicht auch ganz sinnvoll sein für die eine oder andere stürmische Region. Aber man sollte sich nicht zu früh freuen, dass dies z.B. von Versicherungen berücksichtigt wird. Meine Versicherungsgesellschaft konnte diesem "Vorteil" jedenfalls nichts abgewinnen, so dass es keinen günstigeren Tarif oder anderweitige Versicherungseinstufung gab. Das muss jetzt nicht für alle Versicherungsgesellschaften zutreffen, wer zum Baubeginn eh plant die Versicherungen neu zu vergeben, der sollte auch diesen Punkt bei der Recherche abklopfen.

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Subunternehmer

Die BauUnion stellte den Rohbau und den Innenausbau mit eigenem Personal.
Für folgende Arbeiten werden Spezialfirmen angagiert:
Elektro, Heizungs- und Wasserinstallation, Verputzen, Dachdecken, Fussbodenheizungsverlegung, Estrichgiessen

Mit den meisten Subunternehmer war ich zufrieden.
Sehr zufrieden war ich mit der ausführenden Elektrofirma und den Fliesenleger. Die Beratung der Elektrofirma durch den Chef selbst (wo sollen welche Steckdosen/Lichtschalter hin) war sehr ausführlich, verständlich und zuvorkommend. Unnötiges Zeugs wurde mir nicht aufgeschwatzt, einiges mit Nennung von Vor- und Nachteilen empfohlen.
Einiges habe ich hinzugebucht anderes abgelehnt. Im nachhinein funktionierte z.B. der Bewegungsmelder für das Aussenlicht genau in dem Radius wie der Chef der Elektrofirma mir das vorgestellt hat.
Auch die Einbauempfehlung wurde sauber umgesetzt, so dass das Aussenlicht wirklich nur dann an geht, wenn wir aus dem Haus treten. Und nicht - wie es z.B. bei 3 Nachbarhäusern der Fall ist - wenn ein Auto auf der Strasse vorbei fährt, oder Nachbarsbusch im Wind wackelt.
Zwischengelagertes Material wurde von der Elektrofirma ordentlich verschlossen und auf dem Dachboden gelagert, so dass nichts verdrecken oder gestohlen werden konnte.

Mit der Installations/Heizungsfirma war ich nicht allzu sehr zufrieden.
Der Vorwand und die Waschtischbefestigung wurde von mir zusammen mit der Architektin der BauUnion Zentimeter genau geplant. Diese Pläne habe ich z.B. im Haus mit den Materialien für Badewanne und Anschlüsse gefunden.
Als die Installateure loslegten war ich zufällig zugegen und sah, wie die Vorwand und die Waschtischbefestigung an der falschen Stelle eingebaut wurde.
Ich konnte dies noch korrigieren, wunderte mich im Nachinein, wieso ich alles so genau geplant hatte und auch die Pläne eigentlich Tage vorher noch vor Ort waren, aber nicht dann, als die Installateure vor Ort waren.

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Fazit

Generell bin ich mit den geleisteten Arbeiten der BauUnion (und natürlich deren Subunternehmer) zufrieden. Die Handwerker der BauUnion (und deren Subunternehmer) vor Ort waren mehr als motiviert, alle haben fliesend Deutsch gesprochen und haben mich in Entscheidungsmöglichkeiten sofort eingebunden oder sich noch einmal bei mir abgesichert und mir sogar für das spätere Eine oder Andere Tipps gegeben.
Es zahlte sich aus, dass ich mehrmals pro Woche zumindest stundenweise während den Arbeiten vor Ort war (und natürlich nach Feierabend nochmal nach dem rechten gesehen habe):
- Wegen den Tipps die ich erhalten habe
- weil ich in Entscheidungen eingebunden wurde ("wir können das so oder so machen, ist uns egal und beides richtig, aber wie gefällt es ihnen besser?")
- und weil ich doch noch einmal auf das Eine oder Andere korrigierenden Einfluss nehmen konnte (siehe z.B. Installationsvorwand Bad).

Die Arbeitsorganisation der BauUnion auf der Baustelle war hervorragend:
  • eigene Wasserversorgung über einen 1000 Liter Tank, wodurch nur selten das Standrohr benutzt werden mußte (nichts ist ärgerlicher für die Nachbarn als ein Standrohr, das den ganzen Tag den Strassenverkehr behindert)
  • fein säuberliche Mülltrennung und eigene Abholung
  • schnelle und vorausschauende Arbeitsorganisation. z.b. wurden alle notwendigen Baumaterialen mit dem Kran während des Aufstellens des Dachstuhls ins Obergeschoss gehoben.
    Dadurch waren alle schweren Materialien schon dort wo sie gebraucht wurden, geschützt vor Witterung und Diebstahl unter der Dachfolie.
Alles in allem war ich mit einem großteil der ausgeführten Arbeiten sehr zufrieden und würde gerne wieder mit der BauUnion1905 bauen. Allerdings mit einem Bausachverständigen der den gesamten Bauverlauf kontrolliert und zur Übergabe würde ich nur mit einem Handystörsender erscheinen.

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ABER:

Gutachter

Ich empfehle heute jedem künftigen Bauherren eindringlich einen externen Baugutachter zu verpflichten!
Wird ein solcher Gutachter ohne Zeitdruck ausgesucht und ein entsprechender Pauschalwert ausgehandelt ist dieser bezogen auf die Gewissheit einer sachgerechten Bauausführung günstig eingekauft.
Leider wurde mir von verschiedensten Seiten berichtet, dass ein Gutachter beim Bau mit der BauUnion nicht nötig sei, "die arbeiten so zuverlässig, den wirst du nicht brauchen".
Weshalb ich in der Not (siehe Badfenster und andere Themen) kurzfristig einen Bausachverständigen zur Hand haben mußte und auf keine Preisverhandlung eingehen konnte.
Der Gutachter sollte sich das Badfenster und durch Regen durchnäßte angebrachte Glaswolledämmung anschauen. Beides Themen bei denen ich mir nicht sicher war und kein Risko eingehen wollte, dass nach einigen Jahren dadurch ein Schaden zum Vorschein kommmt.
Das Badfenster-Problem hat er aufs schärfste kritisiert und sogleich den Bauleiter kontaktiert.
Daraufhin hat der Gutachter gleich das gesamte Objekt durchgesehen und weitere Probleme gefunden. So wurden die Dachziegel am Giebel nur abgeflext und die Schnittkanten nicht versiegelt.
Erstmal kein Problem, aber im Laufe der Zeit frisst sich hier eben der Frost rein und zerbröselt langsam aber sicher die Dachziegel.
Die Schnittkanten mußten nachträglich versiegelt werden.
Im weiteren Verlauf stellte der Gutachter Mängel in der Dämmung der Obergeschossdecke im Dachboden fest. Hier wurden offenliegende Stahlträger zum Pfettenbalken nicht isoliert. Auch die Aussenwand wurde innen zur Zwischendecke nicht richtig isoliert.
Ausserdem war die Isolierung der Obergeschossdecke im Dachstuhl nur lieblos eingelegt worden. Ohne Stoss an die Querbalken mit stellenweise 2cm Luft.
Ich habe mich schon gewundert, wieso diese Arbeiten von den Zimmermännern durchgeführt wurden, da der Bauleiter mir mehrmals zu verstehen gegeben hat, dass die wichtigen Arbeiten bezgl. Dämmung und Isolierung (Dampfsperrenverlegung) nur von seinen Trockenbauern erfolgt, die besonders geschult sind und deren Arbeit er besonders begutachtet.
Wie es so kam, wurde die Dachdämmung von den Zimmermännern korrigiert und prompt vom Gutachter erneut kritisiert.
Zu guter letzt wurde die Dachdämmung dann von den Trockenbauern korrekt verlegt - also ingesamt wurde die Dachdämmung 3x angefaßt!.
Der Gutachter, der schon mehrere Häuser der BauUnion und einige Male mit meinem Bauleiter zu tun hatte, war selbst überrascht über die vielen einzelnen unterschiedlichen Mängel an meinem Bau.
Andererseits war er mit anderen Werten sehr zufrieden, so ergab der Blower-Door-Test eine hervorragende Luftdichtheit des Gebäudes.

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Weitere Themen in Planung

Weitere erwähnenswerte Punkte, die ich zukünftig noch einpflegen möchte wären:

  • Sinn oder Unsinn von Gutscheinen für so genannte "Kooperationsfimen"
  • Bemusterung: leider waren gefühlt 50% der ausgestellten Fliesen nicht mehr lieferbar
  • Fertigbaugarage - "Kooperation" mit der Firma Zapf
  • Photovoltaikanlage - muss diese über die BauUnion 3x teurer sein?


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